Forschungsgemeinschaft Feuerfest e. V. (FGF) wird Teil des europäischen Doktorandennetzwerks REFFRACTEUR Innovative Forschung für die grüne und digitale Wende in der Feuerfestindustrie
Höhr-Grenzhausen, 8. Mai 2026
Neue Maßstäbe in der Feuerfestforschung: Im EU-Projekt REFFRACTEUR kombiniert die FGF ihre praxiserprobten Prüfmethoden mit der Expertise von IMERYS, um quantitative Zusammenhänge zwischen Mikrostruktur und Thermoschockbeständigkeit in Tonerde-Spinell-Betonen zu entschlüsseln.
Die Forschungsgemeinschaft Feuerfest e. V. (FGF) ist stolz, als Teil des neuen „European Doctoral Network“ REFFRACTEUR ab Herbst 2026 gemeinsam mit IMERYS einen Doktoranden aufzunehmen. Das Projekt steht im Zeichen der europäischen grünen und digitalen Wende und zielt darauf ab, die Hochtemperaturindustrien durch innovative Lösungen in den Bereichen Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz zu stärken.
REFFRACTEUR wird 15 NachwuchswissenschaftlerInnen ausbilden, die an der Schnittstelle zwischen Materialwissenschaften, Verfahrenstechnik und Digitalisierung forschen. Durch internationale und branchenübergreifende Zusammenarbeit sowie eine innovationsorientierte Denkweise erhalten die DoktorandInnen Einblicke in den gesamten Lebenszyklus feuerfester Werkstoffe – vom Design und der Herstellung über den Betrieb und die Überwachung bis hin zur Wiederverwendung und Entsorgung.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen der europäischen Hochtemperaturindustrien werden im Rahmen des Netzwerks neuartige experimentelle Methoden, Modellierungsstrategien und digitale Ansätze entwickelt. Diese sollen dazu beitragen, wissenschaftliche und technologische Hürden zu überwinden und die Entwicklung widerstandsfähiger, leistungsstarker und nachhaltiger Feuerfestlösungen voranzutreiben.
Ziel des Teilprojekts der FGF und Imerys ist es, quantitative Zusammenhänge zwischen Mikrostruktur und Thermoschockbeständigkeit in Tonerde-Spinell-Betonen herzustellen. Hierfür werden praxisnahe Prüfmethoden der FGF (mit einem Prüfstand, der Thermoschockzyklen bei Anwendungstemperatur mit in situ Schadensanalyse ermöglicht), sowie das ATHORNA-Gerät von IMERYS genutzt, um die Parameter zu identifizieren, die Abplatzen und Materialermüdung am stärksten beeinflussen. Durch In-situ-Untersuchungen der Steifigkeitsentwicklung und des Degradationsprozesses unter extremen thermischen Zyklen – auch an Proben, die korrosiven Medien ausgesetzt sind – sollen FE-Modelle der Thermoschockbeständigkeit entwickelt werden.
Der Doktorand/die Doktorandin wird im Imerys Technology Center in Lyon beschäftigt und beginnt seine/ihre Forschung mit einem 18-monatigen Aufenthalt bei der FGF in Höhr-Grenzhausen, gefolgt von weiteren 18 Monaten bei IMERYS. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es, praxiserprobte Prüfmethoden der FGF mit den industriellen Expertisen von IMERYS zu verbinden und so neue Maßstäbe in der Feuerfestforschung zu setzen.
REFFRACTEUR vereint akademische Einrichtungen und Industriepartner aus der gesamten Wertschöpfungskette der Feuerfestindustrie. Durch diese interdisziplinäre und internationale Ausrichtung wird sichergestellt, dass die Forschungsergebnisse direkt in die Praxis einfließen und einen nachhaltigen Beitrag zur grünen und digitalen Transformation der Branche leisten.
REFFRACTEUR Doktorandennetzwerk: Forschung zu Feuerfestmaterialien für grüne und digitale Transformation in Europa. Kooperation zwischen der Forschungsgemeinschaft Feuerfest e. v. Höhr-Grenzhausen und IMERYS Lyon.
Kontakt für Medien:
Dr. Kerstin Hauke
Forschungsgemeinschaft Feuerfest e. V.
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